Scheitern und Neuanfang der Asse

Daten & Fakten

Einleitung

Die Asse ist ein Symbol für die verfehlte Endlagerpolitik der Vergangenheit – und sie steht für den Versuch, diese Fehler so weit wie möglich zu korrigieren. Dazu gehört, die eingelagerten radioaktiven Abfälle zurück an die Tagesoberfläche zu holen.


Der Status quo

Alte Aufnahme eines Platzes mit gelben Atommüllfässern im Hintergrund
© BGE
Blick zurück in die unschöne Vergangenheit: Diese historische Aufnahme zeigt, wie im April 1967 schwachradioaktive Abfälle unter Tage gebracht wurden. Heute wissen wir, wie weit sich die damalige Vorgehensweise von den heute geltenden Sicherheitsbestimmungen unterscheidet

Die Asse ist ein altes Bergwerk mit Stabilitätsproblemen. Täglich fließt Wasser in das Bergwerk. Bei einem Verbleib der Abfälle im Bergwerk ist es nach derzeitigem Kenntnisstand nicht möglich, einen genehmigungsfähigen Langzeitsicherheitsnachweis zu führen. Die Abfälle sollen deshalb zurückgeholt, neu verpackt und für die Einlagerung bearbeitet, zwischengelagert und an einem besseren Ort sicher endgelagert werden. Rund 47.000 Kubikmeter Abfall befinden sich in 125.787 Abfallbehältern, die teils stehend, teils liegend gestapelt, verstürzt und abgeseilt wurden. Auch Tierkadaver und Pflanzenschutzmittel gehören zu dem eingelagerten Müll. Die Gesamtaktivität der Abfälle entspricht etwa einem Zweihundertstel eines typisch beladenen Castor-Behälters vom Typ V/19 der 96er-Bauart.


Die Geschichte

1909–1964

In der Asse wird Kali- und Steinsalz gefördert.

1965

Der Bund kauft die Schachtanlage.

1967–1978

Es werden 125.787 Abfallbehälter mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen eingelagert.

1967–1995

Die Schachtanlage wird als „Forschungsbergwerk zur Endlagerung“ betrieben.

2009

Die Anlage wird unter Atomrecht gestellt. Das Bundesamt für Strahlenschutz wird Betreiber, und die Asse-GmbH übernimmt den Betrieb der Anlage.

2010

Die Rückholung der radioaktiven Abfälle aus dem Bergwerk wird beschlossen.

2013

Mit der „Lex Asse“ wird die Rückholung zum gesetzlichen Auftrag. 2017 Die Bundesgesellschaft für Endlagerung wird Betreiber.

2017

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung wird Betreiber.

Zwei Bergleute arbeiten unter Tage
© Tobias Kruse
Blick nach vorn in die ungewisse Zukunft: Wie wird es weitergehen mit der Asse? Wann werden die ersten Abfälle geborgen? Wo werden sie zwischengelagert? Es gibt viele Fragen und Probleme, die zurzeit diskutiert werden – und die nicht nur die Menschen in der Region interessieren


Erfolge und Misserfolge der letzten 10 Jahre

Stabilisierung:

Die Verfüllung von Hohlräumen im Bergwerk hat die Gesteinsbewegungen im Bergwerk und in dessen Umgebung verlangsamt. Verloren gegangene Stabilität kann nicht zurückgewonnen werden, aber der Schädigungsprozess hat sich verlangsamt. Die Stabilisierung ist ein Erfolg – und reicht doch nicht aus.

Rückholungsplanung:

Nach zehn Jahren Betrieb der Asse unter Atomgesetz ist die Konzeptplanung für die Rückholung noch nicht fertig. Bis die ersten Fässer das Bergwerk verlassen, wird noch viel Zeit vergehen. 2019 sollen die technischen Konzepte für die Rückholung vorgestellt werden.

Faktenerhebung:

Gemessen an den hohen Erwartungen zum Beginn der ersten Bohrung 2012 könnte auch die Faktenerhebung als Misserfolg verstanden werden. Doch das ist sie nicht: Zwar hat sie viel länger gedauert als angenommen, gleichzeitig haben alle Beteiligten viel für die Planung der Rückholung gelernt. Und es ist gelungen, einen Blick in die Einlagerungskammer 7 auf der 750-Meter-Ebene zu werfen.


Erfolg oder Misserfolg, was sagen Sie? Schreiben Sie uns!


Streitpunkte der nächsten 12 Monate

Verfüllung von Hohlräumen:

Es ist geplant, alle zugänglichen Hohlräume auf der 750-Meter-Ebene zu verfüllen. In der öffentlichen Diskussion ist dies jedoch umstritten. Nächstes Jahr ist unter anderem der Bereich der Reichelt-Sümpfe dran, in denen seit mehreren Jahrzehnten Salzlösungen aufgefangen werden.

Konditionierungsanlage direkt an der Schachtanlage:

Die Abfälle müssen nach der Rückholung neu verpackt, getrocknet, durch Einbetonierung fixiert oder durch chemische Behandlung stabilisiert werden. Die sogenannte Konditionierung der Abfälle muss zwingend vor Ort erfolgen, also in unmittelbarer Nähe zur Schachtanlage. Nur so können Anwohner und Mitarbeiter vor einer zu hohen Strahlenbelastung geschützt werden. Das sehen nicht alle so.

Ohne Zwischenlager keine Rückholung:

Die Diskussion über das Zwischenlager ist zunächst nach hinten verschoben worden. Doch die Frage bleibt. Die BGE wird in den kommenden Monaten eine neue Diskussion darüber beginnen.


Weitere Informationen:

Info Asse

Am Walde 1
38319 Remlingen
Telefon: 05336 9489007
Fax: 05336 89494
E-Mail: info-asse@bge.de info-asse@bge.de
www.einblicke.de/asse

Was andere sagen:

Asse 2 Begleitgruppe
Asse-Watch
Aufpassen e.V.

Top