Was ist das Ziel der Abdichtbauwerke?

Eine kurze Erklärung

16.09.2018 Übersicht

Einleitung

Die Abdichtbauwerke sind wichtige Bausteine für das Stilllegungskonzept. Beim Endlager Morsleben handelt es sich um ein ehemals kommerziell genutztes Bergwerk, das an vielen Stellen Hohlräume aufweist.


Über Auflockerungen im Gestein oberhalb dieser Hohlräume können Zutrittswässer (auch „Lösung“ genannt) eindringen. Die Abdichtbauwerke sollen für lange Zeit verhindern, dass Lösung in die Einlagerungskammern gelangt und mit den Abfällen in Berührung kommt. Denn durch den Druck von Gasen oder des umliegenden Gebirges könnte diese Lösung irgendwann wieder hinausgepresst werden und dann, angereichert mit radioaktiven Stoffen, ins Grundwasser gelangen. Nach den Berechnungen der Fachleute ist der Zutritt von Lösung allerdings nicht zu erwarten. Durch die Verfüllung mit Salzbeton wird die Salzbarriere langfristig verbessert, um einen Zutritt von Lösung zu vermeiden. Dennoch berücksichtigt das Stilllegungskonzept diesen möglichen Fall konsequent.

Das Konzept sieht verschiedene Abdichtbauwerke vor:

1 Schachtverschlüsse: Die zwei Schächte des Bergwerks –der Schacht Marie und der Schacht Bartensleben müssen verschlossen werden, weil auf diesem Wege sonst große Mengen von Grundwasser in das Endlager eindringen könnten. Die vorgesehenen Schachtverschlüsse sind bereits in vielen Stufen untersucht worden. Die Abdichtung durch drei vertikale Dichtelemente – bestehend aus verschiedenen Kombinationen von Ton, Schotter, Bitumen und Asphalt – hat gut funktioniert. Große Teile des erforderlichen Sicherheitsnachweises sind bereits erbracht worden.


2 Horizontale Abdichtbauwerke: Hier geht es darum, die Einlagerungskammern vom Rest des Bergwerks abzutrennen, indem ehemalige Strecken abgedichtet werden. Als Unterkategorie muss zwischen Abdichtbauwerken im Steinsalz und im Anhydrit unterschieden werden. Die erste Kategorie ist im Stilllegungskonzept an 23 Orten des Bergwerks vorgesehen, die zweite Kategorie nur an einem Ort. Sowohl im Steinsalz als auch im Anhydrit wurden Versuche unter Tage im Maßstab 1:1 durchgeführt. In beiden Fällen hat es Probleme gegeben.


3 Ein Abdichtsystem aus vier Bauwerken wird ganz im Norden beim Lager H errichtet werden, wo es einen Zutritt von jährlich rund 12 Kubikmetern Lösung gibt. Anders als bei den anderen Abdichtbauwerken geht es hier also darum, eine unmittelbare Abdichtwirkung gegen einen bereits vorhandenen Zutritt zu erzielen. Auch ist in diesem Fall die chemische Zusammensetzung der zutretenden Lösung bereits bekannt. Wahrscheinlich wird bei Abdichtbau werken auf Magnesiabaustoff zurückgegriffen.


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