Morsleben

Was ist das Endlager Morsleben?

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Das Endlager Morsleben ist ein Zeugnis deutsch-deutscher Geschichte, da es zunächst von der DDR und später von der Bundesrepublik für die Endlagerung von Atommüll genutzt wurde. Das Endlager wird auch in Zukunft weiter Geschichte machen, da nie zuvor in Deutschland ein Endlager nach atomrechtlichen Regeln stillgelegt wurde.

Die Ausgangslage für die Umsetzung dieses Vorhabens ist schwierig. Das Endlager Morsleben wurde in einem mehr als 100 Jahre alten Kali- und Steinsalzbergwerk eingerichtet. Der Bergbau hat ein weitreichendes Netz von Hohlräumen unter Tage erschaffen. Das Hohlraumvolumen des Bergwerks übersteigt den eingelagerten Müll um ein Vielfaches. Die Erfahrungen mit dem Endlager Morsleben zeigen, dass alte Bergwerke für die Endlagerung radioaktiver Abfälle nur bedingt geeignet sind.

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Geschichte des Endlagers Morsleben

Von 1898 bis 1969 wird in Morsleben Kali- und Steinsalz gefördert. Im Zweiten Weltkrieg müssen Zwangsarbeiter unter Tage unter erbärmlichen Bedingungen Rüstungsgüter produzieren, später werden in der DDR über 25 Jahre lang Hühner unter Tage gemästet. Für eine kurze Periode wird bis in die 1990er Jahre Giftmüll zwischengelagert. Von 1971 bis 1998 werden fast 37.000 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktive Abfälle in dem Bergwerk endgelagert.

Die Teufmannschaft errichtet mit Schaufeln, Hacken, Kübeln und Sprengstoff ab 1897 Schacht Marie in Beendorf.
© BGE
Die Teufmannschaft errichtet mit Schaufeln, Hacken, Kübeln und Sprengstoff ab 1897 Schacht Marie in Beendorf.
Bergleute bauen Steinsalz ab. Zwischen 1898 und 1923 wird Kalisalz in den Gruben Marie und Bartensleben gefördert, bis 1969 Steinsalz in der Grube Bartensleben.

© BGE
Bergleute bauen Steinsalz ab. Zwischen 1898 und 1923 wird Kalisalz in den Gruben Marie und Bartensleben gefördert, bis 1969 Steinsalz in der Grube Bartensleben.

Ein Bild aus der Berliner Zeitung zeigt die Rüstungsproduktion im Zentralteil der Grube Bartensleben. Die Zwangsarbeiter wurden zwischen 1944 und 1945 eingesetzt.
© Berliner Illustrierte Zeitung
Ein Bild aus der Berliner Zeitung zeigt die Rüstungsproduktion im Zentralteil der Grube Bartensleben. Die Zwangsarbeiter wurden zwischen 1944 und 1945 eingesetzt.
Zwischen 1959 und 1984 wurden Hühner im Grubenbereich Marie gemästet und über Tage in Beendorf geschlachtet.
© BGE
Zwischen 1959 und 1984 wurden Hühner im Grubenbereich Marie gemästet und über Tage in Beendorf geschlachtet.
Zwischen 1987 und 1996 wurde Giftmüll (Härtereisalze) im Grubenbereich Marie zwischengelagert.
© BGE
Zwischen 1987 und 1996 wurde Giftmüll (Härtereisalze) im Grubenbereich Marie zwischengelagert.
Bereits 1972 werden erste schwachradioaktive Abfälle mit der vorhandenen Bergwerkstechnik eingelagert.
© BGE
Bereits 1972 werden erste schwachradioaktive Abfälle mit der vorhandenen Bergwerkstechnik eingelagert.
Zwischen 1974 und 1978 wurde die Schachtanlage Bartensleben zum Endlager umgebaut. Der alte Förderturm wurde durch eine neue Turmförderanlage ersetzt.
© BGE
Zwischen 1974 und 1978 wurde die Schachtanlage Bartensleben zum Endlager umgebaut. Der alte Förderturm wurde durch eine neue Turmförderanlage ersetzt.
Behälter mit flüssigen radioaktiven Abfällen beim Umladen in der Containerhalle des Endlagers Morsleben.
© BGE
Behälter mit flüssigen radioaktiven Abfällen beim Umladen in der Containerhalle des Endlagers Morsleben.
Die Teufmannschaft errichtet mit Schaufeln, Hacken, Kübeln und Sprengstoff ab 1897 Schacht Marie in Beendorf.
© BGE
Bergleute bauen Steinsalz ab. Zwischen 1898 und 1923 wird Kalisalz in den Gruben Marie und Bartensleben gefördert, bis 1969 Steinsalz in der Grube Bartensleben.

© BGE
Ein Bild aus der Berliner Zeitung zeigt die Rüstungsproduktion im Zentralteil der Grube Bartensleben. Die Zwangsarbeiter wurden zwischen 1944 und 1945 eingesetzt.
© Berliner Illustrierte Zeitung
Zwischen 1959 und 1984 wurden Hühner im Grubenbereich Marie gemästet und über Tage in Beendorf geschlachtet.
© BGE
Zwischen 1987 und 1996 wurde Giftmüll (Härtereisalze) im Grubenbereich Marie zwischengelagert.
© BGE
Bereits 1972 werden erste schwachradioaktive Abfälle mit der vorhandenen Bergwerkstechnik eingelagert.
© BGE
Zwischen 1974 und 1978 wurde die Schachtanlage Bartensleben zum Endlager umgebaut. Der alte Förderturm wurde durch eine neue Turmförderanlage ersetzt.
© BGE
Behälter mit flüssigen radioaktiven Abfällen beim Umladen in der Containerhalle des Endlagers Morsleben.
© BGE

Atommüll im Endlager Morsleben

1971 wird Morsleben nach einem Standortauswahlverfahren durch die DDR-Führung als zentrales Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle ausgewählt. Bis 1998 werden fast 37.000 Kubikmeter Atommüll eingelagert. Die Dauerbetriebsgenehmigung erlaubt die Einlagerung von festen Abfällen, flüssigen Abfällen (wurde nach der Wiedervereinigung durch das Inkrafttreten des Atomgesetztes untersagt) und umschlossenen Strahlenquellen. Feste Abfälle sind in Fässern verpackt gestapelt oder verstürzt sowie unverpackt abgekippt eingelagert. Flüssige Abfälle sind unter Zunahme von Braunkohlefilterasche untertägig verfestigt. Die umschlossenen Strahlenquellen sind ebenfalls verstürzt. Seit 1983 werden kleinere Mengen radioaktiven Abfalls zwischengelagert.

© BGE
Im Einlagerungsbereich Ostfeld des Endlagers Morsleben wurden zwischen 1994 und 1998 in rund 500 Metern unterhalb der Tagesoberfläche etwa 6.140 Kubikmeter radioaktiver Abfall eingelagert.
© BGE
Eigenabfälle im Einlagerungsbereich Westfeld des Endlagers Morsleben auf der 4. Ebene, rund 500 Meter unterhalb der Tagesoberfläche.
Untertagemessfeld mit großen Behältern
© Janosch Gruschczyk
Im Untertagemessfeld wurden zwischen 1985 und 1990 radioaktive Abfälle zur Zwischenlagerung eingelagert. Die Strahlenquellen können jederzeit aus dem Endlager ausgelagert werden, sollen aufgrund ihrer kurzen Halbwertszeit jedoch endgelagert werden.

Was passiert im Endlager Morsleben



Das Endlager wird nach Berg- und Atomrecht betrieben, um ein sicheres Arbeiten bis zum Abschluss der Stilllegung zu gewährleisten. Die Genehmigung der Stilllegung steht noch aus. Bis dahin stellen Instandsetzungsarbeiten und die Überwachung des Grubengebäudes sicher, dass das Bergwerk stilllegungsfähig bleibt. Daneben findet ein Großversuch für ein Abdichtbauwerk statt und die Antragsunterlagen für die Stilllegung werden an den Stand von Wissenschaft und Technik angepasst. 2026 sollen der Genehmigungsbehörde, dem Umweltministerium des Landes Sachsen-Anhalt, die finalen Antragsunterlagen vorgelegt werden.

Das In-situ-Bauwerk im Grubenbereich Bartensleben ist ein Großversuch zur Abdichtung im Steinsalz. Es wird untersucht, ob das Bauwerk die geplanten Eigenschaften besitzt, die es laut Stilllegungskonzept haben soll.

© Janosch Gruschczyk
Das In-situ-Bauwerk im Grubenbereich Bartensleben ist ein Großversuch zur Abdichtung im Steinsalz. Es wird untersucht, ob das Bauwerk die geplanten Eigenschaften besitzt, die es laut Stilllegungskonzept haben soll.

Eine Kamerabefahrung wird am In-situ-Bauwerk durchgeführt, um weitere Erkenntnisse über das Bauwerk zu gewinnen. Die gesammelten Daten helfen weiter, die geplanten Konstruktionen zu überarbeiten und zu optimieren.
© Janosch Gruschczyk
Eine Kamerabefahrung wird am In-situ-Bauwerk durchgeführt, um weitere Erkenntnisse über das Bauwerk zu gewinnen. Die gesammelten Daten helfen weiter, die geplanten Konstruktionen zu überarbeiten und zu optimieren.
Zur Vorbereitung der geplanten Stilllegungsmaßnahmen werden auch heute noch Untersuchungen durchgeführt, um diese zu optimieren. Hier wird eine Messung durchgeführt, um über eine Stelle, an der ein Abdichtbauwerk geplant ist, erweiterte Kenntnisse über die Geologie zu gewinnen.
© Janosch Gruschczyk
Zur Vorbereitung der geplanten Stilllegungsmaßnahmen werden auch heute noch Untersuchungen durchgeführt, um diese zu optimieren. Hier wird eine Messung durchgeführt, um über eine Stelle, an der ein Abdichtbauwerk geplant ist, erweiterte Kenntnisse über die Geologie zu gewinnen.
Ein Strahlenschüzer überwacht in seinem Labor im Einlagerungsbereich auf der 4. Ebene die radioaktiven Stoffe. Gemessen wird unter anderem die Ortsdosisleistung (Gammastrahlung), aber auch die Konzentration radioaktiver Stoffe in der Luft (Radon, Aerosole).
© Janosch Gruschczyk
Ein Strahlenschüzer überwacht in seinem Labor im Einlagerungsbereich auf der 4. Ebene die radioaktiven Stoffe. Gemessen wird unter anderem die Ortsdosisleistung (Gammastrahlung), aber auch die Konzentration radioaktiver Stoffe in der Luft (Radon, Aerosole).
Eine Mitarbeiterin der Umgebungsüberwachung bereitet Flüssigkeitsproben für die radiologische Untersuchung vor. Die Überwachung ist gesetzlich geregelt und wird nicht nur durch die BGE, sondern auch durch das Landesamt für Umweltschutz durchgeführt.
© Janosch Gruschczyk
Eine Mitarbeiterin der Umgebungsüberwachung bereitet Flüssigkeitsproben für die radiologische Untersuchung vor. Die Überwachung ist gesetzlich geregelt und wird nicht nur durch die BGE, sondern auch durch das Landesamt für Umweltschutz durchgeführt.
In den Bereich der Umgebungsüberwachung fallen neben der Messung der Direktstrahlung in der Luft (Ortsdosis) auch die Überwachung von Pflanzen und Tieren sowie von Abluft und Abwasser. Hier nimmt ein Mitarbeiter eine Probe von Wasser, dass durch den Schacht in die Grube gelangt ist.
© Janosch Gruschczyk
In den Bereich der Umgebungsüberwachung fallen neben der Messung der Direktstrahlung in der Luft (Ortsdosis) auch die Überwachung von Pflanzen und Tieren sowie von Abluft und Abwasser. Hier nimmt ein Mitarbeiter eine Probe von Wasser, dass durch den Schacht in die Grube gelangt ist.
Ein Vermessungsspezialist überprüft, ob sich die Form der Hohlräume in der Grube verändert. Diese Konvergenzmessungen sind Teil eines umfangreichen bergbaulichen Überwachungsprogrammes, zu dem auch Seismik und andere Messverfahren zählen.
© Janosch Gruschczyk
Ein Vermessungsspezialist überprüft, ob sich die Form der Hohlräume in der Grube verändert. Diese Konvergenzmessungen sind Teil eines umfangreichen bergbaulichen Überwachungsprogrammes, zu dem auch Seismik und andere Messverfahren zählen.
Bergleute prüfen einen alten Abbau auf loses Salzgestein an der Decke und entfernen es. Die bergbauliche Sicherheit ist zentral für die Arbeiten unter Tage.
© Janosch Gruschczyk
Bergleute prüfen einen alten Abbau auf loses Salzgestein an der Decke und entfernen es. Die bergbauliche Sicherheit ist zentral für die Arbeiten unter Tage.
Teile eines zerschnittenen Großcontainers aus dem übertägigen Kontrollbereich warten auf ihre Einlagerung. Solche betrieblichen Eigenabfälle, die die Radioaktivität im Endlager nicht erhöhen, werden nach und nach auf der 4. Sohle endgelagert, sofern sie nicht aus dem Strahlenschutz entlassen werden können.
© Janosch Gruschczyk
Teile eines zerschnittenen Großcontainers aus dem übertägigen Kontrollbereich warten auf ihre Einlagerung. Solche betrieblichen Eigenabfälle, die die Radioaktivität im Endlager nicht erhöhen, werden nach und nach auf der 4. Sohle endgelagert, sofern sie nicht aus dem Strahlenschutz entlassen werden können.
Eine Teilschnittmaschine verbreitert eine Strecke im Endlager Morsleben. Strecken aus vergangener Zeit werden so für die heutigen Anforderungen, z.B. den Fahrzeugverkehr, ertüchtigt.
© Janosch Gruschczyk
Eine Teilschnittmaschine verbreitert eine Strecke im Endlager Morsleben. Strecken aus vergangener Zeit werden so für die heutigen Anforderungen, z.B. den Fahrzeugverkehr, ertüchtigt.
Neben den Überwachungs- und Vorbereitungsaufgaben zählen auch Instandhaltungsmaßnahmen zu den regelmäßigen Aufgaben im Betrieb, um die betrieblichen Abläufe auch für die Zukunft abzusichern.
© Janosch Gruschczyk
Neben den Überwachungs- und Vorbereitungsaufgaben zählen auch Instandhaltungsmaßnahmen zu den regelmäßigen Aufgaben im Betrieb, um die betrieblichen Abläufe auch für die Zukunft abzusichern.
Das In-situ-Bauwerk im Grubenbereich Bartensleben ist ein Großversuch zur Abdichtung im Steinsalz. Es wird untersucht, ob das Bauwerk die geplanten Eigenschaften besitzt, die es laut Stilllegungskonzept haben soll.

© Janosch Gruschczyk
Eine Kamerabefahrung wird am In-situ-Bauwerk durchgeführt, um weitere Erkenntnisse über das Bauwerk zu gewinnen. Die gesammelten Daten helfen weiter, die geplanten Konstruktionen zu überarbeiten und zu optimieren.
© Janosch Gruschczyk
Zur Vorbereitung der geplanten Stilllegungsmaßnahmen werden auch heute noch Untersuchungen durchgeführt, um diese zu optimieren. Hier wird eine Messung durchgeführt, um über eine Stelle, an der ein Abdichtbauwerk geplant ist, erweiterte Kenntnisse über die Geologie zu gewinnen.
© Janosch Gruschczyk
Ein Strahlenschüzer überwacht in seinem Labor im Einlagerungsbereich auf der 4. Ebene die radioaktiven Stoffe. Gemessen wird unter anderem die Ortsdosisleistung (Gammastrahlung), aber auch die Konzentration radioaktiver Stoffe in der Luft (Radon, Aerosole).
© Janosch Gruschczyk
Eine Mitarbeiterin der Umgebungsüberwachung bereitet Flüssigkeitsproben für die radiologische Untersuchung vor. Die Überwachung ist gesetzlich geregelt und wird nicht nur durch die BGE, sondern auch durch das Landesamt für Umweltschutz durchgeführt.
© Janosch Gruschczyk
In den Bereich der Umgebungsüberwachung fallen neben der Messung der Direktstrahlung in der Luft (Ortsdosis) auch die Überwachung von Pflanzen und Tieren sowie von Abluft und Abwasser. Hier nimmt ein Mitarbeiter eine Probe von Wasser, dass durch den Schacht in die Grube gelangt ist.
© Janosch Gruschczyk
Ein Vermessungsspezialist überprüft, ob sich die Form der Hohlräume in der Grube verändert. Diese Konvergenzmessungen sind Teil eines umfangreichen bergbaulichen Überwachungsprogrammes, zu dem auch Seismik und andere Messverfahren zählen.
© Janosch Gruschczyk
Bergleute prüfen einen alten Abbau auf loses Salzgestein an der Decke und entfernen es. Die bergbauliche Sicherheit ist zentral für die Arbeiten unter Tage.
© Janosch Gruschczyk
Teile eines zerschnittenen Großcontainers aus dem übertägigen Kontrollbereich warten auf ihre Einlagerung. Solche betrieblichen Eigenabfälle, die die Radioaktivität im Endlager nicht erhöhen, werden nach und nach auf der 4. Sohle endgelagert, sofern sie nicht aus dem Strahlenschutz entlassen werden können.
© Janosch Gruschczyk
Eine Teilschnittmaschine verbreitert eine Strecke im Endlager Morsleben. Strecken aus vergangener Zeit werden so für die heutigen Anforderungen, z.B. den Fahrzeugverkehr, ertüchtigt.
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Neben den Überwachungs- und Vorbereitungsaufgaben zählen auch Instandhaltungsmaßnahmen zu den regelmäßigen Aufgaben im Betrieb, um die betrieblichen Abläufe auch für die Zukunft abzusichern.
© Janosch Gruschczyk

Großversuch Abdichtbauwerk

Abdichtbauwerke, die für mehrere zehntausend Jahre einen kritischen Bereich – wie zum Beispiel eine Einlagerungskammer – vor eindringendem Wasser schützen sollen, sind ein elementarer Bestandteil des Stilllegungskonzepts. Sie stellen eine technologische Neuerung dar. Ein im Jahr 2011 errichteter Großversuch soll nachweisen, dass die geplanten Abdichtbauwerke die in der Planung beschriebenen Eigenschaften haben. Dieser Nachweis ist nicht vollständig gelungen, weshalb die Planungen für die Abdichtbauwerke nun überarbeitet werden. Das Bauwerk ist zwar so dicht wie erhofft, aber das Material hat sich nicht komplett rissfrei verarbeiten lassen. Bis 2024 werden deshalb weitere komplexe Großversuche mit Abdichtbauwerken unternommen.


Anpassung Antragsunterlagen an den Stand von Wissenschaft und Technik

Ab dem Jahr 2011 prüft eine vom Bundesumweltministerium beauftragte Expertenkommission, ob die Antragsunterlagen für die Stilllegung des Endlagers Morsleben dem Stand von Wissenschaft und Technik entsprechen. Im Jahr 2013 präsentiert die Entsorgungskommission ihr Ergebnis: Zwar sind die Planungen grundsätzlich geeignet, das Endlager langzeitsicher stillzulegen, doch entsprechen die Nachweise nicht dem Stand von Wissenschaft und Technik. Die Experten formulieren sechs Handlungsempfehlungen für die Anpassung der Nachweise. Derzeit wird an der Umsetzung der Empfehlungen gearbeitet. Die überarbeiteten Nachweise sollen der Genehmigungsbehörde, dem Landesumweltministerium Sachsen-Anhalt, im Jahr 2026 vorgelegt werden.

Was wird aus dem Endlager Morsleben?

Das Stilllegungskonzept für das Endlager Morsleben sieht vor, dass die bestehenden Hohlräume unter Tage mit Salzbeton verfüllt werden. So soll das Grubengebäude stabilisiert und das Entstehen von Rissen im Deckgebirge, durch die später Wasser in das Endlager gelangen könnte, verhindert werden. Da es sich aber nicht vollständig ausschließen lässt, dass es über den langen Lagerzeitraum doch zu Wasserzutritten kommen kann, werden als Sicherungsmaßnahme Abdichtbauwerke vor den Einlagerungsbereichen errichtet. Zusätzlich werden die Schachtröhren als direkte Verbindungen zur Tagesoberfläche abgedichtet.

Nach Abschluss der Stilllegungsmaßnahmen ist der Atommüll von Salz umgeben in der Tiefe eingeschlossen. Wann dieses Ziel erreicht ist, lässt sich derzeit noch nicht sagen. Die Genehmigung für die Umsetzung der Stilllegung ist an den Nachweis der Abdichtbauwerke und die Überarbeitung der Antragsunterlagen geknüpft. Fest steht, dass die Arbeiten 15 bis 20 Jahre dauern werden, nachdem sie genehmigt sind. Dann ist das Endlager Morsleben endgültig Geschichte.

© Janosch Gruschczyk
Zwischen 2003 und 2011 wurden im Zentralteil der Grube Bartensleben insgesamt 27 Abbaue mit Salzbeton verfüllt (Bild). Im Zuge der Stilllegung soll ein Großteil der Hohlräume ebenfalls mit Salzbeton verfüllt werden, um für Stabilität zu sorgen.
© Janosch Gruschczyk
Der Schotterfuß ist Teil eines Handhabungsversuches zur Verfüllung von Schächten unter Tage. Für die Stilllegung ist geplant, die Schächte Marie und Bartensleben mit der erprobten Technik zu versiegeln.
© Janosch Gruschczyk
Flatterbänder markieren die geplanten Standorte für Abdichtbauwerke in der Grube. Diese Bereiche dürfen bis zur Genehmigung der Stilllegungsplanungen nicht verändert werden.
© Janosch Gruschczyk
Neben Abdichtungen im Steinsalz (hier In-situ-Versuch) müssen auch Strecken im Anhydrit abgedichtet werden. Die Abdichtbauwerke sind im Umfeld der Einlagerungsbereiche und des Lager H, einer Lösungszutrittsstelle, die für die Stilllegung bedacht werden muss, geplant und sollen diese vom Rest der Grube trennen.
© Janosch Gruschczyk
Der obertägige Kontrollbereich soll in den kommenden Jahren zurückgebaut werden. Er wird nicht mehr benötigt, da er zum Zwecke der Einlagerung radioaktiver Abfälle geschaffen wurde.

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